Zerstörende Immobilienkrise

Herbert Artikel

Bisher habe ich im Kapitel Die Komplexität von Arbeit und Wirtschaft hinter einige Instrumentarien geleuchtet. Geld und Derivate. Und erklärt warum die Mittelherkunft nicht so bedeutend ist, wie die Mittelverwendung.

In Wall Street gegen Main Street habe ich einfache Finanzinstrumente vorgestellt und Prinzipien skizziert, wie diese Innovationen der Main Street helfen könnten.

Was geschehe kann, wenn diese Grundprinzipien nicht beachtet werden:

Träume verdunsten in einer Immobilienkrise

Hypothekarkredite sind Kredite, bei welchen die Bank zur Besicherung eine Immobilie akzeptiert – zum Beispiel ein Haus. Dafür bietet sie niedrige Zinsen. Sagen wir, so niedrig, dass sehr viele Hausbesitzer nicht widerstehen können. So niedrig, weil die Regierung einen ökonomischen Anreiz setzen möchten. So niedrig, dass wirklich hohe Umsätze zu erwarten sind. 1,5 % pro Jahr, 20 Jahre und endfällig – laufende Zinszahlungen, Rückzahlung zum Schluss, etwa.

Ein Stahlarbeiter dachte sich in den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts: „unsere Region hatte in den letzten Jahren einen Aufschwung, der den Preis meines Hauses von 70.000 auf 100.000 steigen ließ … wenn ich das bis zur Rente hochrechne, klettert er auf 150.000. Es wird breit für einen Hypothekarkredit mit 1,5%, 20 Jahre, endfällig, geworben. Höchst interessant!“

Der Arbeiter nahm sich genau so einen Kredit über 100.000. „Die 1500 pro Jahr zahle ich, bei meinem Lohn, ohne Schwierigkeiten. Dann verkaufe ich das Haus um 150.000, zahle 100.000 zurück und die verbleibenden 50.000 schichte ich in der Rente ab, nachdem ich eine kleine, bescheidene Wohnung gemietet habe. Jetzt kann ich mir mit der Familie endlich eine Kreuzfahrt und ein paar andere Dinge leisten.“

Was geschah?

Der Boom brach ein. Die Hauspreise sanken drastisch. Die Banken hatten in ihrer „Euphorie“ vergessen, eine Verkaufsoption für das Haus einzupreisen und dessen Marktrisiko zu bewerten und in Panik erfanden beteiligte Finanzinstitutionen Instrumente, welche das Risiko auf mehrere verteilen sollten, was die Panik noch befeuerte und zu Zwangsversteigerung von vielen Häusern führte.

Banken litten mit bekannten Folgen. Der Stahlarbeiter war ruiniert und verzweifelt.

So war das mit den Einkommen in einer Gesamtökonomie nicht gemeint. Sinkende Hauspreise in Folge der Verkaufspanik drücken auf die Prosperität der Region, diese drückt auf die Hauspreise und so fort.

Ein konkreter Schauplatz 2007: USA. Der Titel der Tragödie: Subprime Mortgage Crisis.

Es wurde massenhaft in Vermögenswerte investiert, dabei Risiken vergessen und mit einer Risikomaßnahme Panik ausgelöst … mit einer, im Prinzip, guten Idee.

Im nächsten Beitrag werde ich in die Komplexität von Wirtschaft hinein leuchten.