Wo kam das Geld her?

Herbert Artikel

In diesem grundlegenden Teil im Buchkapitel Die Komplexität von Arbeit und Wirtschaft habe ich die wesentlichen Ideen von den grossartigen Videos von Dirk Bezemer: Debt geborgt.

Zuerst war das Tauschgeschäft.

Es ist Herbst. Die Fischerin hat eine Forelle gefangen. „Nicht schon wieder Forelle heute“ denkt sie, „ich möchte Karotten“.
„Gibst Du mir 10 Karotten für 1 Forelle?“, fragt sie den Gemüsebauern. „Gerne, aber Du musst bis zum Frühjahr warten“, erwidert er. „Oh…aber dann möchte ich wenigstens 11 Karotten“, schnappt sie fordernd. “Einverstanden“, schließt er den Austausch.
Der Gemüsebauer muss der Fischerin einen Vertrag aushändigen. Aus dem saisonalen Zwang wird sie Kreditgeberin und er Schuldner.

vertrags-stein

Der Vertrag stellt das Vertrauen her, dass diese asynchrone ökonomische Transaktion ordnungsgemäß abgewickelt werden wird.

Schuld-Geld

Zuerst waren die Schulden – dann das Geld.

Da es viele vernetzte Transaktionen zwischen Kreditgebern und Schuldnern gab, war es naheliegend ein Clearinghaus einzusetzen, welches diese Verträge für alle zentral erstellt, speichert und abwickelt. Banken und Geld entstanden
Diesem Austausch liegt zu Grunde, dass eine Forelle 10 wert ist und eine Karotte 1. Und dass beide einen Zeitstempel haben. Und so entstand, was wir heute als Geld verstehen – ein Medium für einen ökonomischen Austausch und ein Zählwerk. 1 Forelle ist so viel wert wie 10 Karotten.
Der Gemüsebauer drückt der Fischerin 10 in die Hand und sie kann dagegen irgendetwas zu irgendeinem Zeitpunkt eintauschen. Wir sagen: Geld ist „flüssig“.
Wenn eine Bank nun anbietet Geld zentral zu speichern und zu vermehren, kann es die Fischerin mit einem Zinsenertrag speichern und vielleicht beim Gemüsebauern in 6 Monaten 11 Karotten kaufen. Geld hat auch die Funktion eines Speichers für Werte. Geld ist „fest“ und hat einen Zeitwert.

Medium für ökonomische Transaktionen – Speicher für Werte – ZählwerkDie Funktionen von Geld

Alle Transaktionen und die multilateralen Beziehungen zwischen Kreditgebern und Schuldnern werden in einer Buchführung mit doppelten Einträgen aufgezeichnet. Kredite auf einem Konto stehen als Schulden auf einem anderen. Die Doppeleintrags-Buchhaltung ist eine der bedeutenden Erfindungen der Menschheit

Wo kommt das Geld her?

Aus dem Nichts. Darüber im nächsten Beitrag.