Unternehmen und Vertrauen

Herbert Artikel

Unternehmen erzielen Erlöse – alles was sie durch Produkte, Services, Mieten, Lizenzen, Finanztransaktionen hereinbekommen. Davon ziehen sie ihre Kosten ab und erhalten Erträge. Unternehmen strukturieren ihre Erlösgruppen in Geschäftseinheiten, Geschäftsfelder, Kostenstellen und Kosten in Kostenarten.

Nehmen wir an, die Chilifabrik hat 3 Leistungsangebote: Chilisaucen aus eigener Plantage, Wiederverkauf von Chilis aus Südostasien und Knowhow-Transfer Projekte (wie baue ich eine Chilifabrik auf), kurz Chilisaucen, Chilis und Projekte. Ihre Hauptkostenarten gliedern sich in Zukauf, Marketing, Personal, Betrieb, Anlagen, Finanz. Wenn der Chilifabrikant nun seine Produkte wie oben so reiht. So, dass die Flexibilität nach rechts steigt und die Kosten nach unten weniger variabel werden, kann er ein rasches Bild gewinnen, wie es um das Unternehmen steht. Und seine Kostenstruktur ist flexibler, weil die Aufgaben in den Geschäftsfeldern Chilisaucen, Chili und Projekte so ähnlich sind.

Ich habe dieses Beispiel angeführt, um ein System zu zeichnen, das mehr Chancen hat, unter Stress stärker zu werden.

Ein Ruf als Unternehmer

Wenn ich eine Eigenentwicklung vorstelle, vertraue ich darauf, dass sie differenzielle Vorteile bietet. Ich vertraue darauf, dass wir die richtigen Entscheidungen treffen, um das Vertrauen bestehender Kunden zu festigen, und jenes künftiger Käufer aufzubauen. Ich vertraue darauf, dass wir die richtige Position auf der Wert/Preis-Landkarte finden und darauf, dass wir unsere Kosten beherrschen…Das ist ziemlich viel Vertrauen. Zu viel, um es unter Wettbewerbsfähigkeit zu führen.

Wenn ich als Wiederverkäufer eines Produktes auftrete, vertraue ich darauf, dass die Entwickler sich genau das überlegt haben. Ich vertraue darauf, dass sie an meinen Marktkenntnissen interessiert sind. Ich vertraue auf meine eigenen Fähigkeiten als Wiederverkäufer und ich vertraue darauf, dass mich die Entwickler nicht einfach einen Markt entwickeln lassen, um dann selbst „zu übernehmen“… Das ist ziemlich viel Vertrauen. Zu viel um es unter Kooperation zu führen.

Wenn mir ein Bestseller-Produkt für ein spezielles Marktsegment gelungen ist und ich biete anderen Entwicklern an, kreative Nachahmer zu werden, vertraue ich darauf, dass sie mir helfen, neue Märkte zu entwickeln. Darauf, dass ich die Spielregeln bestimmen kann. Darauf, dass ich als Pionier immer voran bleibe.

Beschreibt das die paradoxe Situation, dass Unternehmen wettbewerbsfähig und kooperativ gleichzeitig sein können? Ja.

Woran wird sich künftig der Ruf von Unternehmern knüpfen? An die Fähigkeit besser zu sein oder mehr an die Fähigkeit, zum Bessersein beizutragen?

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Politische Pfadsuche

Einkommen oder Vermögen. Wir wissen, dass Monopole dazu beitragen, Ungleichgewichte zu zementieren. Sie nehmen den Märkten die Unschuld der „Effizienz“. Überlagern sich Krisen mit Ungleichgewichten, führt dies zu einer Spreizung, die verhindert, dass Einkommen Vermögen bilden und Vermögen Einkommen und so fort. Die Art des Vermögens entscheidet künftige ökonomischen Entwicklungen – auf den Ebenen von Personen-, Unternehmen- und Gesamtökonomie.

Politik muss sich mit den Prinzipien höherer Kooperation vertraut machen.