Unbranding

Herbert Hintergrund

„Unlearn you must what what you’ve learned“ – Yoda (in Star Wars). Unbranding (Fast Company: Debranding) ist der Verzicht auf das klassische Branding, zu Gunsten eines grösseres Bildes von Branding. Brands (Marken) sind der Brennstoff von Politik. Und das grössere Bild versinkt oft in den Wellen der kurzfristigen Promotion.

Da digitale Medien, die Auswirkungen klassischer Promotion oft dämpfen, sind Marken auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, um Verbraucher zu locken. Die jüngste, brüchigste Anstrengung bestand darin, Geschichten zu veröffentlichen. Die Schlüsselstrategie der Markenarbeit besteht sogar oft darin,  das Wesen der Marke dahinter zu verbergen. Dies soll Marken zuverlässiger, vertrauter und unverzichtbarer erscheinen lassen. Aber es ist ein Schein.

Markenversprechen (brand promise)

In der Politik verbindet ein Markenversprechen Ideologie, Programm, Politiker/innen mit der Erfahrung ihrer Klienten Wähler/innen) … Es ermöglicht die enge intellektuelle und emotionale Verbindung der Marke mit den Wähler/innen.  Das Markenversprechen differenziert die Marke selbst. Kurz, es ist ein Versprechen über Erwartungen, Geschichten und Beziehungen … . Noch kürzer, Marke ist die Bedeutung, die Wähler/innen an die Politik hängen.

Symbole und Geschichten nicht übertreiben

Wenn Wähler/innen sich zwar nicht weniger engagieren, aber weniger oft und dafür mehr Qualität verlangen, wird es wichtiger, Politiker mit Inhalten und Prozessen zu kombinieren. Politiken werden nicht nur wegen ihrer unterschiedlichen Vorteile gewählt werden, sondern auf tief greifendem Vertrauen in ihre Versprechen. Ihre Weltsicht, Werte, Visionen … Ihre Kommunikation, Stimme, Aktionen … das Wissen über Wählererfahrung … wird viel bedeutender als Symbole (Design, Bilder, Botschaften…). Wähler/innen müssen ein gutes Gefühl über ihre Wahlentscheidungen gewinnen.

Markenarbeit ist Kommunikation

Es war nie so einfach zu kommunizieren, aber Medien verbinden zunehmend Alles mit Allem.Politische Systeme sind komplizierte Produkte, die weit mehr verändern … Deshalb sind ihre inneren Geschichten – wie sie funktionieren und integriert  werden können – weitaus wichtiger als der Wahlkampf für das Dasein der Parteien selbst. Politik sollte folglich viel mehr in die Entwicklung investieren, als in die Promotion.

Politiker/innen, müssen ihre Politik den Grossteil der Geschichten erzählen lassen und nicht die Geschichten die Politik. Das führt Markenarbeit und Markenversprechen zum Kern … Zeigen, dass die Politik arbeitet, macht sie attraktiv …

Genau das beschreibt Unbranding. Die Marke bildet die Schnittstelle zwischen Politiker/innen und ihren Anhängern.