Semieigentum

Herbert Artikel

Wenn der Markt als Austausch selbst nicht versagen kann, so kann er seiner Unschuld beraubt werden. Ein Vertrag zum Austausch kann kompliziert werden. Durch Nutzungs- und Schutzrechte.

Verfügungsrechte

Wenn ich ein Auto kaufe, möchte ich es uneingeschränkt benutzen dürfen, als Taxiunternehmer damit Erträge erzielen. Es neu lackieren dürfen und weiterverkaufen.

Verfügungsrechte bestimmen den Preis eines Gutes mit. Ihre Durchsetzung ist prinzipiell konfliktreich. Individuelle und gemeinschaftliche Kosten und Nutzen stehen in einer komplizierten Beziehung. Es gibt eine Reihe von Einflüssen, welche eine Änderung der Verfügungsrechte erzwingen. Eingriffe werden durch Einschränkungen oder Transaktionskosten erzwungen.

Das Dilemma ist am besten am Beispiel eines Waldes vorstellbar. Der Allgemeinheit ist es recht, wenn er sich im Privatbesitz befindet. Vorausgesetzt, er bleibt frei zugänglich und bestens gepflegt.

Ich liebe die komfortablen Wanderwege durch den „Urwald“. Waldwirtschaft? Einverstanden, aber nicht zu störend. Verlieren die Eigentümer die Lust an der Pflege, möchte ich allerdings ungern einspringen

eigentumstypenVerfügungsrechte und deren Regeln behandeln im Extremfalls hybride Formen von Eigentum. In manchen Regionen wird den Eigentümern von Ufergrundstücken der freie Zugang für die Allgemeinheit auferlegt. Ich nenne das Semieigentum. Semieigentum könnte aber noch weitergehen. Zum Beispiel durch die Bereitstellung von Produktionsmitteln und Know-How in einer Welt von smarten, verbundenen Systemen.

In diesem Bild wächst das gemeinschaftliche Verfügungsrecht von Eigentum von links nach rechts – das individuelle von unten nach oben. Wobei am Maßband jeweils nur niedrig und hoch eingetragen sind.

Schutzrechte

Ein Schutzrecht (Intellectual Property Right) bietet jemand die Möglichkeit, seine Produkt- oder Prozessidee allein zu vermarkten.

Zölle

Zölle beziehen sich auf Grenzen. Staaten oder Zollunionen behalten sich vor, alle Einwohner innerhalb dieser Grenzen zu schützen.

Protektionismus

Maßnahmen in Form von Handelshemmnissen werden Protektionismus genannt. Sie umfassen Zölle, Obergrenzen von Einfuhrmengen und Subventionen. Subventionen sind Fördermittel, welche Produkten, Services oder Industriesektoren einen Vorteil gegen jene von Mitbewerbern verschaffen sollen. Als einer der Gründe für Maßnahmen zum Schutz der Gesamtökonomie wird die Verhinderung von Abwanderung von Produktion in Territorien mit günstiger Produktion genannt. Die Verlagerung von Arbeit wird oft Arbeitsarbitrage genannt.

Ein Ausflug in die kurze Arbitrage empfohlen.

Produktionstouristen helfen aber Kostenunterschiede, Unterschiede in Sozial- oder Arbeitsstandards zwischen Ökonomien zu schließen.

Protektionismus erschwert den Austausch und die Möglichkeit, aus dem Markt ein faires Spiel zu machen. Zusammen mit Zentralisierung und Monopolbildung unterstützt Protektionismus die Kapitalakkumulation.

Politische Pfadsuche

Es scheint paradox, aber eine Politik, welche gegen Kapitalakkumulierung als Auswuchs des Kapitalismus ankämpfen möchte, muss sich in einer Marktbefreiungsbewegung formieren. Sie muss Schutzrechte und Protektion, wenn überhaupt, sehr zurückhaltend einsetzen. Im Hinblick auf neue Anforderungen an Verfügungsrechte ist eine Diskussion von Semieigentum angebracht.

Demnächst: Das Management des Wohlstandstopfes