Schwarmpolitik

Herbert Hintergrund

Wir sind hier schon öfter dem Dilemma der Gemeinschaft begegnet, alle individuellen und kollektiven Ziele zu erreichen. Dabei kann die Wissenschaft des Verhaltens von Schwärmen helfen. Eine Wissenschaft, die heraus findet, wie autonome Agenten komplexe Formationen bilden. Welche die Mechanik von Kollektiven studiert und Regeln, die Zusammenhalt generieren, findet. Für eine Schwarmpolitik.

Panik erzeugt Lawinen

Mit der Metapher von Schwärmen von Staren ist es nicht so überraschend, dass Panik, aufgrund einer echten oder imaginierten Bedrohung, zu einem gleichgerichteten, kollektiven „Hochgeschwindigkets-Flug“ wird. Schwärme werden Lawinen … Eine große Wahrscheinlichkeit der gleichförmigen Bewegung ist ein Maß für systemisches Risiko. Obwohl die Schwankungsbreite, ein bedeutendes Maß für Risiko, fast verschwindet. Lawinenverhalten wird ein verlässlicher Krisendetektor.

Die einfache Mathematik

Die mathematische Analyse der Schwarmdynamik zeigt, wie die Bewegung jedes der Stare von jedem anderen Star beeinflusst wird und umgekehrt – in Gleichungen. Es spielt keine Rolle, wie groß ein Schwarm ist. Es ist, als ob jeder Star im selben Netzwerk verbunden ist. Dieses Phänomen ist als skalenfreie Korrelation bekannt. Schwärme bilden ein kritisches System. Ein Phänomen, das wir aus Blasen im Finanzsystem kennen. Phasen, in denen die Verteilung der Renditen einen stark ausgeprägte Spitze aufweisen. Dies entspricht der Intuition, dass in Phasen der Panik die synchronisierte Geschwindigkeit wegen des geringen „Rauschens“ hoch gehalten wird.

Ein Frühwarnsystem für politische Krisen?

Unter der Voraussetzung der Quantifizierung politischen Verhaltens, zB im Hinblick auf  Geld, Konsum, Investitionen, Steuern …  und ihrer Wirkung auf die Staatsziele (BIP, Budget, Export/Import … ) könnte kollektive Dynamik analysiert und kritische Phasen frühzeitig erkannt werden. Ihre Ursachen sind meist ungesundes Gleichverhalten …  welches etwa zu gefährlicher Spreizung führt … Quantitative Politik hilft zu bewerten, steuern und systemisches Risiko zu erkennen.