Mit Steuern steuern

Herbert Artikel

Unter den meisten Staaten herrscht ein Steuerwettbewerb um mobile Produktionsfaktoren. Sie wollen Leistungsanreize erhöhen und Steuerungswirkungen verringern.

Steuermaximen

Die von Adam Smith aufgestellten Grundanforderungen: Gerechtigkeit, Ergiebigkeit, Unmerklichkeit und Anwendbarkeit gelten in modernen Steuersystemen immer noch. Und damit verursachen sie das große Kopfweh.

Hier empfehle ich einen Kopfsprung in den Wirbel des Denkens. So entstehen Steuergesetze, die Ausnahmen und Ausnahmen von Ausnahmen beinhalten.

Gerechtigkeit, Ergiebigkeit, Unmerklichkeit und Anwendbarkeit können nicht  gleichzeitig erreicht werden. Gerechtigkeit kann nur mit Spezialisierung erzielt werden. Das spießt sich aber mit der Anwendbarkeit. Unmerklichkeit ist mit indirekten Steuern zu erreichen. Das wiederum ist nicht mit der Gerechtigkeit vereinbar. Ergiebigkeit fordert hohe Einnahmen, bei geringem Eigenverbrauch. Das passt meist gut zur Anwendbarkeit und erschwert damit Gerechtigkeit.

Aus diesem Grunde haben viele Gesamtökonomien ein Vielsteuersystem eingeführt. Etwa, orientiert an makroökonomischer Einordnung (Verkehrssteuern, Verbrauchssteuern und Ertragssteuern), an der Steuerart (direkte und indirekte Steuern, Personen und Realsteuern, …), Steuergegenstand, Verwaltungshoheit …. Diese Unterscheidungen helfen nicht, Steuermaximen ausgewogen zu erfüllen. Ich unterscheide deshalb: Steuern auf Arbeit, Erträge und Konsum und nehme an, dass Steuern alle Einnahmen umfassen.

Anwendbare Gerechtigkeit

Steuern auf etwas zu erheben, das hereinkommt, fließt, ist relativ einfach. Das, was schon da ist, zu besteuern ist komplizierter.

Gerechtigkeit soll nicht von einer Verursachungsgerechtigkeit geleitet werden, sondern von einer Gerechtigkeit bei der Anspannung: was Steuerzahler in den Wohlstandstopf einzahlen können und nicht das, was sie eventuell entnehmen werden. Und, Steuerzahler sollen ihre Steuer nicht auf der Grundlage von Steuergruppen und -arten besser optimieren können als andere. Anspannungsgerechtigkeit wird durch Progression erreicht und Optimierungsgerechtigkeit durch Gleichstellung von Einkommensarten. Einkommen von Personen (Löhne und Honorare, Gewinnausschüttung, Dividenden, Zinseinkommen, Einkommen aus Mieten und Einkommen aus Transferzahlungen) sollen addiert und progressiv besteuert werden. Ebenso die Erträge von Körperschaften. Eine progressive Konsumsteuer ist kaum möglich.  Allerdings, könnte ein bedingungsloses Grundeinkommen eine Progression simulieren. Und es gilt: keine Ausnahmen.

Wenn Maschinen, Roboter, Computer oder Energiesysteme progressiv Steuer zahlen, wird Steuerlast von menschlicher Arbeit genommen. Es wird zu mehr Teilung von Produktionsmitteln motiviert und das Zusammenspiel von menschlicher und technologischer Arbeit positiv beeinflusst.

Adaptive Steuer

Die meisten progressiven Steuersysteme sind in Tabellen abgebildet und eine Unzahl von Ausnahmen macht es beinahe unmöglich, eine Modellierung vorzunehmen.  Dabei wissen wir, dass ein „mittlerer Steuersatz“ zu niedrig oder zu hoch sein kann. Die Lafferkurve ist eine parabelartige Kurve, die das Steueraufkommen in Abhängigkeit des mittleren Steuersatzes beschreibt. Sie hat einen Scheitelpunkt. Aber offensichtlich weiß keine Gesamtökonomie, wo sie im Bezug auf dieses Optimum liegt.

Eine Tabelle könnte durch eine Formel angenähert werden. Ihre Parameter könnten in Modelle einfließen, die ihre Wirkung auf sozioökonomisches Verhalten beschreiben. Diese könnten auf sozioökonomischen Daten kalibriert und an die konkrete Situation angepasst werden.

Eine adaptive Steuer, könnte aus zwei Formeln (für Personen und Körperschaften) bestehen. Sie leistete einen Beitrag zum besseren Management des Wohlstandstopfes. Durch Transparent und Einfachheit.

Politische Orientierung

Eine linke Steuer-Politik würde sich darauf konzentrieren können, die Progression nach oben zu öffnen und den Bauch stark zu Gunsten unterer Einkommen bzw. Erträge zu glätten.