Ist es Kunst?

Herbert Artikel

Kunst sei zur Entwicklung von Gesamtökonomien unverzichtbar – steht in den meisten Programmschriften von Gesamtökonomien.

Kreative Industrien sind ein Teil unseres Vermögens

sagen sie. Sie erzeugen direkte Vorteile und verbessern die Standortattraktivität. Es sei deshalb wichtig, sie zu verstehen, sie in die Entwicklungspläne einzubeziehen und sie zu fördern. Sie seien zwar oft nonprofit, trügen aber dazu bei, dass andere Sektoren profitabler sind.

Ästhetischer Genuss

Ökonomien erzeugen Dinge, die funktionieren und sich verkaufen. Ihre produzierenden Agenten verwandeln Wissen und Fähigkeiten in Erträge. Aber es gibt immer wieder Zeiten, in welchen der ästhetische Genuss, die Schönheit, über die Funktion triumphiert.

In Krisen und Abschwüngen, andererseits, wird Schönheit oft auf die Seite gelegt. Dinge müssten funktionieren. Aber in einer Welt von massiver Information über alles, kann Schönheit sogar zum differenzierenden Vorteil werden.

Arbeiten wie Künstler

Womit Künstler besonders gut umgehen können:

Risiko, Unsicherheit, Unvollkommenheit, Kritik

Und sie sind besonders gut darin, Räume aufzuspannen und ihre Kreationen hinein zu setzen. Sie sind auch gut darin, Dinge zu schaffen, die andere in ihren Bann ziehen. Und sie stehen nicht im erbitterten Wettbewerb. Sie setzen nicht alles daran, andere Bücher, Bilder oder Musikstücke von den Verkaufsregalen zu wischen. Sie wissen: mehr Lesen, Bilder betrachten, Musik hören ist für alle besser.

Künstler kreieren auch Auftragswerke. Aber im Prinzip machen sie variabel bezahlte Geschenke. Sie entwickeln etwas, ohne dass ihnen jemand etwas schuldig ist. Sie sagen nicht: „Ich habe so hart gearbeitet, Du musst das mögen, annehmen, kaufen und mich für meine harte Arbeit entsprechend entlohnen“. Das beste Geschenk wird begleitet von einem: „hier ist es, tut damit, was Ihr wollt“. Entlohnung wird von der Akzeptanz abgeleitet.

Das ist nicht unbekannt im Handel mit Waren. Steve Jobs empfahl: „make products – not profits“. Es gehe um die richtige Reihenfolge.

Erwerb – Freiheit – Risiko

kann-es-kunstNicht alle können Künstler sein – aber es könnten mehr künstlerisch tätig sein. In diesem Portfolio läuft das Einkommen wieder von links nach rechts und Freiheit von unten nach oben. Die Skala ist wieder ganz grob eingestellt.

Wer für seine Lebensgrundlage schuften muss, hat keine Freiheit und ein Einkommen, das gerade zum Überleben reicht. Künstler sind frei, aber die Freiheit ist oft mit Risiko belastet. Eine hybride, künstlerische und einträgliche Arbeit würde im Sinne eines diversifizierten Portfolios ein Risiko gewichtetes Optimum zwischen Einkommen und Freiheit der Tätigkeit ermöglichen.

Politische Pfadsuche

Es sind Instrumentarien gesucht, die Netz und Sprungbrett gleichzeitig sind.

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