Hedger und Spekulanten

Herbert Ausflüge

Die Finanzindustrie handelt Finanzprodukte für zwei Zwecke: erstens um Erträge zu erzielen (Spekulation) und zweitens zur Begrenzung von Risiken aller Formen von Geschäften (Hedging).

Ein Swap

Der Chilifabrikant hat endlich seinen Kredit für die Fabrik. 150.000 bei seiner Bank A. Er hat einen Vertrag mit variablen Zinsen ausgehandelt. Die Zinsen steigen und er fürchtet, sie könnten so hoch werden, dass sie seinen Gewinn auffressen. Er redet mit einer Bank B und diese schlägt ihm vor, einen Swap Vertrag mit ihr einzugehen. Sie tauschen die Zinsen. Die Bank zahlt künftig seine variablen Zinsen jährlich an Bank A und er zahlt der Bank B jährlich fixe 3,5%.

Was steckt dahinter? Der Chilifabrikant und die Bank B wetten auf die Weiterentwicklung der Zinsen. Der vorsichtige Unternehmer fürchtet, die Zinsen steigen weiter und die Bank B spekuliert darauf, dass sie wieder fallen.

Der Hedger benötigt den Spekulanten, damit ihm dieser Fragilität abnimmt. Der Finanzmarkt spekuliert, um Fragilität zu verringern. Das klingt irgendwie absurd, ist es aber nicht. Es wäre ideal, wären Hedging und Spekulation im Gleichgewicht

Die Wall Street hat viele Innovationen hervorgebracht, welche in der Main Street segensreich anzuwenden wären. Futures und Optionen. Währungs- und Zinsenhedging. Später werde ich noch das Prinzip einer Wandelanleihe vorstellen.

Aber, die Wall Street hat auch Möglichkeiten Risiken in komplizierten Instrumenten zu verstecken … oder sie vergisst sie einfach.