Fabriksarbeit oder Laborarbeit?

Herbert Artikel

Auf der Suche nach Perfektion hilft Industrialisierung. Aber wie erringt man Innovation?

Zu verstehen, wie sicher und motivierend die eigene Arbeit ist, wird immer wichtiger. Ich stelle hier eine Typisierung vor deren Fächer ich zuerst in Shawn Coynes wunderbaren Buch: The Story Grid fand und die ich in meinem The Innovation Mesh übernahm.

Arbeitstypen in fünf Blättern

  • Der Zeittyp – sagt etwas über die Länge der Arbeitspakete und damit die Arbeitsbindung
  • Der Realitätstyp – gibt Auskunft darüber, wie sehr ein Job ein Umfeld beeinflusst. Ist er faktual, real, ideal oder phantastisch?
  • Der Stiltyp – beschreibt, wie das Umfeld einen Job wahrnimmt. Vermittelt er sich durch Handgriffe, Dokumente, Interaktive Systeme oder Multimedien
  • Der Strukturtyp – beschreibt, wie der Jobinhaber in der Organisation lebt. Ist der Job eher linear, parallelisiert oder von Agilität bestimmt?
  • Der Inhaltstyp – leitet sich vom klassischen Berufsbild ab. Ihre Titel beziehen sich auf Sektoren, Wissensgebiete oder Hierarchiestufen

Jobs von Innovatoren beschreiben meist einen idealistischen, prozess-bestimmeten Job mit mittelfristigen Aufgaben, in multilateralen Projekten, in welchen sie meist den kritischen Pfad bestimmen.

Ein grosses Bild von Arbeit

Für viele Entscheidungen ist es hilfreich, konkrete Arbeit wie oben zu typisieren, aber nicht ausreichend. In der politischen Diskussion über Arbeit werden häufig Hygienefaktoren und Motivationsfaktoren vermengt. In den Arbeitskämpfen ging es meist um die Hygienefaktoren Zeit und Geld. Nennen wir sie Einkommen. Aber, sollen Arbeitende sich nicht auch gefordert fühlen, verstanden, benötigt, wohl, sicher, beteiligt, einflussreich…? Nennen wir diese Kriterien Erfüllung.

In diesem Bild wächst das Einkommen von links nach rechts – die Erfüllung von unten nach oben. Wobei am „Maßband“ jeweils nur niedrig und hoch eingetragen sind.das-grosse-bild-von-arbeit

Fabriken arbeiten automatisch und genau. Und sie erzeugen Dinge von gestern heute besser und billiger. Im Labor wird für den Durchbruch gearbeitet. Heute das Neue für morgen entwickelt. In Labors wird Risiko genommen. Es wird das Unvollkommene akzeptiert…und Kritik ist ausdrücklich erwünscht: Labors bilden einen Raum für Kreativität und Innovation.

Ein Grenzkostenregime ist bestimmet von der Meinung, Wirtschaftsei  eine Art Ausscheidungslauf. Es starten viele. Und Runde für Runde werden die Nachzügler aus dem Rennen genommen. Das mündet unweigerlich in einem Preiskampf.

Fabrik- und Laborarbeit sind kaum gleichzeitig zu organisieren. In einer plakativen Betrachtung ist Fabrikarbeit fehlerlos. Im Labor dagegen sind Fehler Quellen für neue Einsichten.

Für die Gesamtökonomie sind Preiskämpfe meist fatal. Setzt eine Gesamtökonomie auf Innovation, kann sie auf ein positives Zusammenspiel von qualitativ hochwertiger Arbeit und höhere Erträge hoffen.

Politische Pfadsuche

Überlagern sich Krisen in Gesamtökonomien mit jenen in Sektoren, führt dies zu einer ökonomischen Spreizung, die im Zusammenspiel mit Technologien unweigerlich in einer Spreizung von Arbeit mündet. Deren extreme Pole spiegeln sich in Sklaverei und Labor wider. Ein drastischer Effekt entsteht in einem Regime von Grenzkosten. In solchen Regimen verlieren Märkte ihre Effizienz.

Politik muss lernen, analytische Ansätze mit philosophischen zu verbinden.

Das Grenzkostenregime ist im Buch ausführlich beschrieben. Demnächst geht es um Einkommen oder Vermögen.