Es fliesst der Plot – nicht der Film

Herbert Hintergrund

Werkzeugmacher. Diesen Beruf habe ich erlernt. Und in meinem ersten Job fertigte ich Schablonen an, deren Konturen Fühler entlang fuhren und damit Maschinen veranlassten, Teile formgleich zu schneiden, fräsen…

Bildung, Technologie und Job

Die „Matura“ holte ich im zweiten Bildungsweg nach. In einer technischen Schule für Metallurgie. Anschliessend bekam ich einen Job in der metallurgischen Forschungsgruppe eines Stahlkonzernes. Ich merkte rasch: wer Metallurgie verstehen möchte, muss modellieren, simulieren, visualisieren…

Und so begann ich, mit 27, Technische Mathematik zu studieren. Glück führte mich in ein völlig neues Gebiet: Programmierung computerisierter Maschinen. Irgendwie ironisch, entwickelten wir zuerst ein Programmsystem, welches die Erstellung völlig flexibler „Schablonen“ (CNC Programme) drastisch vereinfachte. Da war ich also wieder bei den Werkzeugmaschinen. Nach ca 10 Jahren war ich in diesem österr. Konzern für die gesamte Software der Fabriksautomation verantwortlich.

Es drang ziemlich rasch in meine Bewusstsein: der korrekte Ansatz wäre ein Multiagenten System mit intelligenten Agenten. Die Fabrikate suchen sich den optimalen Weg durch die Fabrik, war die Idee. Dazu fehlte uns damals die Basistechnologie… Aber, die Suche danach führe mich schon sehr früh an die berühmtesten Stätten von Technologieentwicklung, ins Silicon Valley zum Beispiel. Am Rensselaer Polytechnic Institute war meine Gruppe der erste nichtamerikanische Industriepartner in einem Zentrum mit 50 Big Technology Players. Thema: Computer-Geometrie, -Kinematik, -Dynamik.

Das Glück multiplizierte sich noch dadurch, dass ich einem Vorstand berichtete, der eine international anerkannte Hightech Gruppe aufbaute (Informatik und Elektronik für Technische Systeme, Fabriken, Industrieanlagen…). Wer Handarbeit in so grossem Ausmass automatisiert, hat gesellschaftliche Verantwortung. Da waren wir uns einig und suchten das Gespräch mit der Politik und Interessenvertretern schon sehr früh. Manche Gewerkschaft hatten engagierte Arbeitsgruppe für „Automation“. Wir trafen einander häufig auf Events…

Und schon damals dämmerte es: wenn sich die Hard- und Soft-Technologien so weiter entwickeln, werden Produkte und Produktionsmittel intelligent und autonom. Und: „the net is the computer“ überzeugte mich, dass Vernetzung die Komplexität noch einmal sprunghaft erhöhen wird.

Als ich dann ein eigene Unternehmen gründete, begann ich Kopfarbeit zu automatisieren. Mit Technologien, die nach Stephen Wolfram zu „Computaional Thinking“ führen. Und ich begann den Fluss, der in der Industriellen Revolution entsprang, noch viel besser zu verstehen. Die Phasen zu begreifen und den Komplexitätssprung. Smarte, verbundene Systeme sind anders. Sie werde die sozio-ökonomischen Systeme drastisch verändern.

Und ich sah kaum politische Antworten. Also…