Dualität von Risiko

Herbert Ausflüge

Wir managen Risiken, weil wir negative Auswirkungen von Aktivitäten vermeiden wollen. Risiken stecken im Inneren von Produkten, aber auch in ihrer Anwendung.

Gutes Risikomanagement vermeidet Risiko nicht. Es optimiert es. Warum ist das möglich? Weil Risiko zwei Seiten hat. Chancen und Gefahren.

Wenn ich auf schwierigen Loipen skate, optimiere ich (altersbedingt) Risiko. Ich skate schnell genug bergauf, um einen Trainingseffekt zu spüren, aber nicht so schnell, dass ich kollabiere. Und ich fahre bergab so schnell, dass ich Spaß habe, aber nicht so schnell, dass ich öfter in den Schnee knalle. Eine Loipe mit viel auf und ab und großen Höhenunterschieden verlangt mehr Risikomanagement als eine flache.

Manche Risiken sind reine Gefahren. Es ist kein Risiko, wenn ein Computerprogramm falsch rechnet oder Geld auf dem falschen Konto landet. Es ist nur gefährlich, unsere Kinder falsch zu bilden oder Arbeitern Hungerlöhne zu zahlen.

Manche Risiken bergen viel mehr Chancen als Gefahren und umgekehrt. Atomkraftwerke etwa. Sie können viele kleine Gewinne produzieren. Wenn Sie aber „explodieren“, produzieren sie tödliche Gefahren und astronomisch hohe Schäden.

Erfolgreiches Risikomanagement besteht auch darin, aus Gefahren einen positiven Effekt zu gewinnen. Zum Beispiel kann beim Bruch eines Teiles einer Maschine gleich eine Generalüberholung durchgeführt werden. Falls diese sowieso bald fällig wäre.