Drei Winzerpaare

Herbert Ausflüge

Nehmen wir an, drei Winzerpaare haben je 10 Hektar Weinland. Nehmen wir weiter an, die Qualität ihres Weines hängt ausschließlich von der Ausbeute pro Hektar ab und alle Kosten lassen sich auf Hektar umlegen. Und nehmen wir, in verrückter Weise, an, sie könnten sich mit je 4 Flaschen Wein pro Tag vollständig ernähren und ihre „Gesundheit“ wüchse mit der Qualität des konsumierten Weines.

Paar 1 – kann seinen Wein nur um 1 pro Flasche verkaufen. Die Ausbeute beträgt 10.000 Flaschen pro Hektar, die Kosten 9.500 pro Hektar. Es bleibt ihnen also (100.000 minus 95.000) 5.000 an Einkommen. Davon können sie die notwendigen rund 2920 Flaschen gemeinsamer Grundnahrung nur mit ihrem eigenen Wein, also um 2920 bestreiten.

Paar 2 – kann seinen Wein um 4 pro Flasche verkaufen. Es produziert 6000 Flaschen pro Hektar und die Kosten betragen 23.200 pro Hektar. Es bleibt ihnen (240.000 minus 232.000) 8.000 an Einkommen. Davon können sie die 2920 Flaschen gemeinsamer Grundnahrung nicht mehr ausschließlich mit ihrem eigenen Wein bestreiten (der Preis wäre 11.880).

Paar 3 – kann seinen Wein um 15 pro Flasche verkaufen. Es produziert 3000 Flaschen pro Hektar und die Kosten betragen 37.000 pro Hektar. Es bleibt ihnen (450.000 minus 370.000) 80.000 an Einkommen. Davon können sie die 2920 Flaschen gemeinsamer Grundnahrung mit ihrem eigenen Wein bestreiten (der Preis ist 43.800).

Ich habe dieses pathologische Beispiel gewählt, weil erzielbare Preise und Qualitätskosten selten parallel verlaufen. Die Positionierung eines Produktes auf der Preis/Wert-Landkarte gehört deshalb zu den schwierigsten Entscheidungen.

Sich das eigene Produkt nicht mehr leisten können, kann nicht als sinnvoll erachtet werden. So wenig wie: sich immer nur die unterste Qualitätsstufe leisten können. Ohne Zweifel verändert sich das Bild bei größeren Einheiten und mehr Diversifizierung. Aber viele Winzer können nicht einmal selbst produzieren, sie müssen ihre Trauben verkaufen.