Das Kein-Problem Problem

Herbert Artikel

Gutes Risikomanagement zeichnet sich dadurch aus, dass die Maßnahmen eine Gefahr abzuwehren dann festgelegt werden, wenn die Gefahr erkannt wird und nicht erst wenn sie eintritt

Es gelingt nur auf der Grundlage von entdeckendem Lernen und kühlen, quantitativen Analysen. Aber es geht auch um die Prinzipielle Orientierung. Hier empfehle ich einen Blick in Das Risiko im Dschungel

Die Kein-Problem Problem-Politik

Das ist es, was Politik prägt: das dauernde Spähen nach Gefahren ermöglicht keine Kein-Problem Phasen und das einschläfernde wir-stehen-doch-gut-da führt oft direkt in eine Krise.

Das Ausblenden der Chancen vom Risiko erzeugt Angst – das Ausblenden der Gefahren aus dem Risiko erzeugt jene Katastrophen, vor welchen wir uns wirklich fürchten müssen

Ich möchte eine Politik gegen übertriebene Angst und Tollkühnheit skizzieren. Die größte Freiheit herrscht nämlich im Chaos und die größte Sicherheit in der Einzelzelle des Hochsischerheits-Traktes eines Gefängnisses. Das bedeutet, ich muss die Phasengrenze finden? Jene Grenze die Leben ermöglicht? Diese ist aber beweglich.

Politische Orientierung

Deshalb muss eine neue Politik mit quantitativer Unterstützung arbeiten: Sie muss interaktiv sein. Evolutionär. Sie muss mit einfachen Modellen und Instrumentarien arbeiten. Sie muss entdeckendes und experimentelles politisches Lernen unterstützen. So eine neue Politik zu promoten, empfehle ich:  Reaktion nach dem Prinzip von chemischen Reaktionen zwischen Gruppen mit verschiedenen philosophischen Weltanschauungen, Kulturen, Sozialsystemen, Ökonomien, Entwicklungsstadien, Bildungsstandards. Zirkulation durch eine Art Konvektion an den Grenzen verschiedener politischer Segmente mit verschiedenen Erwartungen, Wissensständen und Fähigkeiten. Diffusion durch konzentrische Verbreitung der Information und Aktionsrahmen.

Für das Projekt sprechen

Ich habe diese Prozessbegriffe bewusst in die politische Welt transformiert, weil ich glaube, eine neue politische Bewegung kann nur projekt-orientiert entfacht werden. Erst in Projekten stellt sich heraus, wie sehr ein neues politisches Programm Verhaltensänderungen erfordert – wie sehr es im Widerspruch zu Weltanschauung, Kultur, Sozialsystem oder Ökonomie steht und wie es angenommen wird (Reaktion), wie viel erklärende Unterstützung es benötigt und wie rasch sich diese ohne direkte Intervention fest setzt (Konvektion) und wie sich das Programm von den frühen Unterstützern in die Allgemeinheit verbreitet (Diffusion).

Diese Empfehlung ist genährt von meiner Überzeugung, dass es so etwas wie abstrakte Programme nicht gibt – jedes Programm benötigt eine Realität, auf der es ablaufen kann.

So, die vorbereitenden Erklärungen, die Anlässe, die Beschreibung progressiver Probleme durch wachsende Komplexität, die Entlarvung von Missverständnissen… politische Pfadsuche und politische Orientierung sind jetzt abgeschlossen. Demnächst wird sich in Unser vieles auflösen.