Betriebssystem für unser Geld

Herbert Artikel

Geld ist fest genug, um Werte zu speichern und flüssig genug, Medium für ökonomische Transaktionen zu sein. Deshalb ist das Geldsystem in einem höheren Sinne universell und müsste deshalb programmierbar sein.

Computer sind die Musterbeispiele universeller, programmierbarer Systeme. Sie werden von Betriebssystemen gemanagt.

Ein Internet des Geldes

Wir könnten das Geldsystem auch mit regel-orientierter Programmierung ohne Computer managen. Aber es ist schon sehr verlockend, die Organisation auf die digitale Welt zu verlagern. Und zwar gleich so, dass das Geld selbst wie Daten behandelt werden kann. Es wäre dann auf der Objektebene (der symbolischen Ebene der Beschreibung aller Elemente, Manipulationen) und der Inhaltsebene computerisiert, cognitized und connected. Bei diesem Ansatz könnten die Experten Infrastruktur, Werkzeuge, Services, Entwicklungssysteme erben und ein System bilden, in welchem Geld die Neutralität von Daten erhält.

Geld- und wirtschaftspolitische Ziele könnten in einer höheren Programmierung realisiert werden, indem makroökonomische Modelle mit konkreten ökonomischen Daten kalibriert und laufend re-kalibriert würden. In einem System dieser Art wäre es wahrscheinlich möglich, Parallelwährungen aufzuziehen, Derivategeld zu organisieren – und sogar ein neues globales Buchhaltungssystem mit mehr programmierter Dynamik zu realisieren.

Mir ist allerdings völlig bewusst, dass zum Erreichen eines Internet des Geldes viele ernsthafte Probleme zu lösen sind. Beginnend mit dem Widerspruch von offenen Protokollen und Sicherheit und endend bei der Frage: offene Innovation versus zentrale Steuerung?

Politische Orientierung

Ohne offene Demokratie wird eine offene Geld- und Wirtschaftspolitik nicht funktionieren.

Nach dieser Überlegung zu einer neuen Plattform für ökonomisches Handeln, im nächsten Beitrag über ein politisches Instrument. Mit Steuern steuern