Grundeinkommen – BGE

Herbert Artikel

Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) ist eine garantierte Transferzahlung einer Gesamtökonomie an die Bevölkerung, ohne eine Gegenleistung zu fordern. Was immer die Motivationen sind, das BGE zahlt für die reine Existenz eines Teiles der Bevölkerung.

In meinem Modellvorschlag würde ein Bedingungsloses Grundeinkommen an Erwachsene ausbezahlt und als Einkommen (Transferzahlung) im Rahmen der Progression besteuert. Es wird nicht von Erwerbseinkommen oder Renten abgerechnet. Es ersetzt allerdings individuelle Sozialtransfers und individuelle Zuschüsse zu Renten. Keinesfalls aber individuelle Leistungen des Gesundheitssystems, des Bildungssystems…

Wir haben alle einen Wert

Aber wer hat die Kompetenz diesen zu beurteilen? Was wir kennen, ist der Preis. Und dieser ist nur selten rational zu begründen. Es haben aber viele Systeme einen moderaten Basispreis und individuelle Preise für Optionen.

Netz und Sprungbrett gleichzeitig

Soll das BGE humanitäre oder ökonomische Ziele verfolgen? Es garantiert ein Stück Freiheit, in Form von mehr Selbstbestimmung bei der Sicherung der Lebensgrundlagen. Es ist zum Beispiel eine Antwort auf die Ausdünnung menschlicher Arbeit und deren Polarisierung.

Eine Näherin am Fließband könnte eine Änderungsschneiderei aufmachen

Ich könnte jetzt darüber spekulieren, dass das BGE einen Mix unselbstständiger, selbstständiger und selbsterhaltender Arbeit in einer Person förderte, weil sie asymmetrische Risiken ermöglicht, aber während ich dieses Buch schreibe, haben wir kaum Projekte zur Anschauung.

Die Finanzierung

Ich sehe dafür, unter der Annahme der Einnahmenneutralität bei den Einkommenssteuern, folgende Quellen:  Reduktion von Subventionen und Förderungen – und zwar jener, die Märkte verzerren, Sozial- und Umweltsysteme beeinträchtigen. Reduktion individueller Transferleistungen – Mindestsicherung, Zuschüsse… Vereinfachung der Verwaltung – vor allem im Zusammenspiel mit einem einfachen Steuersystem. Erhöhung der Konsumsteuern – dadurch würden Konsumsteuern progressiv gestaltet.

Progression in Konsumsteuern

Nehmen wir an, das Bedingungslose Grundeinkommen beträgt 1000 im Monat brutto. Nehmen wir an, die Konsumsteuern werden um 10% (zur Vereinfachung vom Bruttopreis gerechnet) erhöht. Nehmen wir an, die Steuerprogression beginnt bei 1 und die Steuer für das Einkommen von 2000 sei 10%, jene für Einkommen von 21.000 im Monat sei 50%. Nehmen wir weiter an, bei einem Einkommen von 2000 geht das gesamte Nettoeinkommen in den Konsum und bei einem Einkommen von 31.000, ca. 70% vom Nettoeinkommen.

N habe ein Erwerbseinkommen von 1000 und erhält 1000 BGE. 100 davon wird als Steuer abgezogen. Sie erhält 900 extra, Sie konsumiert 1800 und zahlt 180 mehr als früher, hat aber 900 erhalten und gewinnt 720.

G habe ein Einkommen von 30.000 plus 1000 BGE. Er muss davon 500 abliefern und erhält 500 extra. Er konsumiert um 10850, zahlt also um 1085 mehr Konsumsteuer, als früher. Er erhielt 500 und verliert deshalb 585.

Und wie bei den Steuern könnten die Höhe des BGE und die Erhöhung die Konsumsteuern parametrisiert und Modelle, die ihre Wirkung auf sozioökonomisches Verhalten beschreiben, gegen die charakteristische Realität kalibriert werden.

Politische Orientierung

Konsumsteuern zu Gunsten von Arbeitssteuern zu erhöhen, wäre im Zusammenspiel mit einem BGE eine linke Maßnahme.