Die Polarität der Computer

Herbert Hintergrund

MIT Professor David Autor prognostiziert die Polarität von Arbeit. Dabei bezieht er sich auf  das Paradoxon von Michael Polanyi: „Wir wissen mehr, als wir erklären können“ (sinngemäss). Über Zukunft von Arbeit – Prognosen sind schwierig, aber das Paradoxon inspiriert… Ich bin mit Autor eiverstanden, dass die Arbeit polarisiert wird. Aber nicht darüber, dass Maschinen die schwierige Arbeit, im Sinne Polanyis Paradox, nicht vollbringen können

Als Autofahrer kann ich nicht von einer Maschine kopiert werden?

Ich bin ein toller Autofahrer, aber ich habe keine automatisierbare Theorie über tolles Autofahren. Ich kann nicht sagen, warum ich in der Lage bin, glatt und nichtzappelig durch Kurven zu fahren. Aber, Autofahrer verursachen Unfälle, die in den schlimmsten Fällen Leben kosten. Wie reagiere ich auf einen Elch, der plötzlich aus den Büschen trampelt? Verreisse ich und kollidieren mit anderen Autos …?

Selbstfahrende Autos werden Leben retten. Warum? Es geht weniger um Autos und ihre Steuerung. Es geht um, durch Information und Kommunikation, verbundene lokale Intelligenzen, die lernen und sich anpassen. Es geht um Sensoren, die viel mehr Informationen liefern, als ein Mensch erfassen könnte, um blitzartige Reaktionen… um gutes Autofahren, um risiko-gewichtete Optimierung des Verkehrs …

Die Polarität der Computer

Es gehört zum allgemeinen Verständnis, dass Computer großartig darin sind, Routinearbeit schneller und billiger zu verrichten. Aber Computer können viel mehr. Sie lösen extrem schwierige Probleme in kürzester Zeit.

Es könnte deshalb klug sein, die Mensch-Maschine-Interaktion teilweise umzukehren: lassen wir Computer übernehmen,  wenn Aufgaben wirklich schwierig werden, ungewöhnliches Verhalten verlangen. Setzen wir Systeme ein, die Polanyis Paradoxon überwinden können.

Politisches Engineering und Risikomanagement sind Felder, in welchen diese Umkehr geschehen sollte. Systeme, die sie durch Situationen führen, in denen die Bedingungen bekannt  und Gefahren geklärt sind, könnten Computer bei der politischen Entscheidungsfindung assistieren. Aber was ist mit den Situationen, in denen Gefahren größer und weniger bekannt sind? Situationen, die Politiker nachts wach halten? In diesen Situationen könnten Computer sinnvolle Entscheidungen unter Unsicherheit treffen.

Das Einsetzen von Computern zur politischen Entscheidungsfindung hat kaum Tradition. Deshalb ist es empfehlenswert mit der Analyse zu beginnen, sie dann für Vorhersagen einzusetzen und letztlich zur Unterstützung bei der Steuerung. Zur Optimierung von Routineaufgaben, aber auch zur Vermeidung risikoreichen Horrors.